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Verlag J. Lühmann


Peter Robra

Zwitterklänge - Klitterzwänge

ISBN 3-934119-05-0

Preis: 4,90 Euro


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Inhaltsangabe

Von der Suche nach Edelsteinen Erstes Buch des Hildesheimer Schüttelreim-Dichters Peter Robra: Zwitterklänge- Klitterzwänge

HILDESHEIM- „Ein Brummer eine Flucht erwog, / Doch dann mit großer Wucht er flog / ans Fenster. Ach, er irrte schwer / an harte Scheiben schwirrte er" Wie kommt einer zu solchen Versen, wie wird der Zwitterklang zum Klitterzwang?

Zur kleinen, aber erlesenen Gilde der Schüttelreimer gehört Peter Robra. Der 78-jährige Hildesheimer ver-gleicht das Reimen mit der Suche „nach Edelsteinen oder Pilzen", Man braucht Beharrlichkeit, einen guten Blick und möglichst auch den siebten Sinn. Bislang war Robras Name nur Insidern ein Begriff, etwa Abonnenten der Schüttelreim-Zeitung"Heile Welt". Nun aber hat zumindest das Hildesheimer Lesepublikum Gelegenheit, in seine verdrehten Wort- und Sinnzusammen-hänge einzutauchen. Im Auftrag des Rotary-Clubs ,,Hildesheim-Rosenstock" hat Joachim Stepp einen Band mit Ro-bra-Gedichten herausgegeben. Reiseeindrücke. Naturerlebnisse und Alltagsbeobachtungen stehen im Mittelpunkt. Die kurzen Texte sind anschaulich, nachdenklich und allein schon durch die Form immer ein wenig humorvoll. Auf den ersten Blick scheinen sie leicht konsumierbar. Doch „Rosenstock"-Präsident Dr. Hans-Georg Frank hat bei der Lektüre andere Erfahrungen gemacht: „Manchmal muss man sie zwei-, dreimal lesen, sonst kapiert man sie nicht." Oft sei zwischen den Zeilen eine zweite, tiefere Bedeutungsebene verborgen, stimmt Joachim Stepp zu. Dass Peter Robra „entdeckt" wurde, beruht auf einem Zufall. Die DRK Mitarbeiterinnen Renate Roß und Helga Stepp betreuen von Zeit zu Zeit den seit 1973 halb seitig gelähmten Rentner. Dabei stießen sie auf die Vorliebe Robras für Schüttelreime - und seine eigenen Schreibaktivitäten. Abends erzählte Helga Stepp ihrem Mann davon, „Da bin ich hellhörig geworden", sagt Joa-chim Stepp. Der kulturinteressierte Ro-tarier ließ sich Texte mitbringen, fing Feuer und berichtete seinen Clubfreun-den. Vor zwei Jahren entschied der Service-Club, ein Robra-Buch zu finanzieren, Stepp übernahm die Aufgabe des Lektors, nun liegt das Ergebnis vor. Schon als Jugendlicher habe er Spaß an Schüttelreimen gehabt, erinnert sich der gelernte Maschinenbauer und Messtechniker Robra, Während seiner Zeit bei der Marine habe er die Kameraden morgens mit Versen geweckt. „Aber die waren nicht immer stubenrein." "Die Geschichten waren eigentlich schon immer da" bestätigt Liesel Robra über ihren Mann. Doch habe er sie nie aufgeschrieben. Das änderte sich nach einem Hirninfarkt vor 26 Jahren. Damals wurde Robra in einer Reha-Klinik empfohlen, die Beweglichkeit der Hände zu trainieren. Zum Beispiel mit einer Schreibmaschine. Der Patient tippte ein medizinisches Buch ab, aber das wurde ihm bald zu langweilig. So begann er, seine Schüttelreime nieder zu schreiben. Seither fallen dem ehemaligen Leistungsschwimmer stets neue Sprachspiele ein. Nur hat er die Schreibmaschine mittlerweile durch einen Computer ersetzt. Die Suche nach dem passenden Reim kennt keine zeitlichen Grenzen. Ein Stift liegt auf dem Nachttisch, damit unzeitige Einfälle nicht verloren gehen. Denn: „Erstmal kommt aus dem Untergrund ein Reimpaar," Das sei das Wichtigste, der Kern, erläutert Robra, Um das „geschüttelte" Wortpaar herum könne erst das Gedicht entstehen- Dass seine Texte nun an die Öffentlichkeit gelangen, freut den Hildesheimer ungemein. „Ohne die Rotarier wäre das Buch nicht zustande gekommen", bedankt er sich bei Stepp und Frank. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die 1000er Erstauflage zugleich einem guten Zweck dienen. Der Service-Club möchte den Verkaufserlös einer sozialen Einrichtung spenden.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung / Foto: Hildesheimer Allgemeine Zeitung


Leseproben

Kriegsgewinnler

Ein Krieg bricht aus.

Er lacht geschwind,

weil er bei Jeder Schlacht gewinnt.

Ihm bringt der Krieg der Leute Segen;

er kann Gewinn beiseite legen.

Soll doch die Erde beben halt!

Sein Reichtum wird sich heben bald.

Ihm ist allem das Raffen wichtig,

drum handelt er mit Waffen. Richtig:

Erfreut sich, wenn man endlich schießt,

Sagt, was daran so schädlich ist?


Rockmusik

Musik der Leut' die Rocker heißen,

die kann mich nicht vom Hocker reißen.

Wenn man auch sagt, ich sei beschränkt:

Ich finde dies Geschrei besengt!

Für mich ist dies Gehuppe grässlich

und das Getön der Gruppe häßlich.

Mir ist schier, als erschölle heut ein Lärm,

den selbst die Hölle scheut.


Träumerei

Es klingt wie fernes Glockenläuten.

Wie mich die Klänge locken!

Gleiten sie himmelwärts?

Der leise Wind hat diese schöne Weise lind,

kaum, daß sie recht begann, verweht.

Ach, alles irgendwann vergeht!


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